Grünkohl mit Pinkel

Der Winterklassiker ganz ohne Tier!

Werbeanzeigen

Mmhhh – Grünkohl! So ein richtig klassischer Grünkohl ist wohl eines der besten Wintergerichte überhaupt. Und da der Winter ja gerade erst richtig anfängt ist es wohl der beste Zeitpunkt um Euch mal zu zeigen, dass es keine Fleischberge braucht für ein reichhaltiges Grünkohlessen. Im Gegenteil! In der reduzierten Variante ist er noch viel besser ❤

Ich hätte mir das früher sicher nie vorstellen können, für mich war selbstverständlich jede Menge Fleisch in Form von Kasseler, Pinkel, Mettenden, Speck, Kohlwurst… und was es nicht sonst noch alles gibt dabei. Der eigentliche Grünkohl? Rückblickend fast Nebensache. Leider.

024

Heute reduziert sich bei uns ein Grünkohlessen auf drei Hauptbestandteile: Grünkohl, Pinkel & Kartoffeln. Ganz wichtig: karamellisierte Kartoffeln! Klar, hier gibt es regionale Unterschiede, die gibt es bei diesem Gericht ja sowieso. Natürlich kann man auch Salzkartoffeln, Bratkartoffeln, Kartoffelklöße oder was ganz anderes machen. Wir lieben karamellisierte Kartoffeln und deshalb verrate ich Euch hier auch, wie ich sie mache.

Für alle die Pinkel nicht kennen:

Pinkel (auch Pinkelwurst) ist eine geräucherte, grobkörnige Grützwurst, die in Nordwestdeutschland, besonders in der Gegend um Oldenburg und Bremen sowie in Friesland hauptsächlich zu Grünkohl gegessen wird

Quelle: Wikipedia

Zur Grünkohlsaison gibt es vegane Pinkel auch fertig zu kaufen. Zum Beispiel bei Alnatura (zumindest bei uns im Norden, für den Süden kann ich da leider nicht sprechen). Wir hatten die auch schon und die sind total ok. Schmackhafter und vor allem deutlich günstiger ist allerdings selbermachen. Wie einfach das ist, lest ihr auch in diesem Beitrag.

Um die Pinkel portioniert zu garen und einzupacken hab ich eine Mullwindel in ca 15×15 cm große Quadrate geschnitten – Mullwindel hab ich eh für die Küche, da ich sie gern als Küchenrollenersatz benutze – weniger Müll und so 😉

028

Der Grünkohl selbst schmeckt am besten, wenn man wirklich frischen verwendet. Das ist zwar etwas Arbeit (ja gut, wirklich gar nicht mal so wenig Arbeit), aber es lohnt sich total. Wenn ihr keinen frischen Grünkohl bekommt oder Euch etwas weniger Arbeit machen wollt, dann empfehle ich gefrorenen. Wenn ihr eingemachten kauft, also aus der Dose oder dem Glas, dann achtet darauf, dass er noch nicht gewürzt oder weiter verarbeitet ist. Oft befindet sich dann schon Gänse- oder Schweineschmalz daran und das wollen wir ja nun wirklich nicht.

Schmalz ist übrigens durchaus wichtig für einen anständigen Geschmack. Glücklicherweise gibt es wunderbare rein pflanzliche Schmalzvariationen. Ich nehme am liebsten Deli Reform Schmalz nach Griebenart – das bekommt man eigentlich in jedem Supermarkt.

Übrigens: viele machen Grünkohl anders als ich. Sie kochen ihn z. B. kurz ein um das Volumen zu reduzieren und so. Karamellisierte Kartoffeln machen die meisten aus Pellkartoffeln. Ich mach das nicht, weil es mir anders besser schmeckt, auch wenn es vielleicht nicht so ist wie es alle machen – mein Grünkohl ist der beste! So 😛

Bereit für eine kräftig-deftige Mahlzeit? Na dann geht’s los 🙂


für ca 6 Portionen

Zutaten

Für den Grünkohl
  • 1 Kg frischer Grünkohl (oder TK, siehe oben)
  • 150-200 g Räuchertofu, klein gewürfelt
  • 200 g Zwiebeln, fein gewürfelt
  • 90 g veganes Schmalz
  • 1 l Gemüsebrühe,
  • 2 EL Senf
  • 3 EL Haferflocken
  • Salz
  • Pfeffer
  • Piment
Für die Pinkel
  • 200 g Zwiebeln
  • 200 g veganes Schmalz
  • 200 g Hafergrütze
  • Salz
  • Pfeffer
Für die Kartoffeln
  • 1 Kg kleine, festkochende Kartoffeln
  • Salz
  • 1 EL Margarine
  • 1 EL Zucker oder Puderzucker
Equipment
  • 10 quadratische Leinentücher o. ä., etwa 15×15 cm – ich habe hierfür eine Mullwindel zerschnitten
  • Küchengarn
  • Schere
  • Großer Topf (der Grünkohl hat anfangs sehr viel Volumen)
  • Topf für die Kartoffeln
  • Pfanne
  • Kochlöffel
  • Esslöffel
  • Schüssel
  • Sparschäler
  • scharfes Messer
  • Küchenwaage
  • Messbecher
Zeitaufwand: aktiv: 60 Min / passiv: ~90 Min

Los geht’s. Wenn ihr frischen Grünkohl verwendet, dann wird dieser jetzt erstmal gewaschen. Gründlich. Denn es versteckt sich viel Sand in den vielen Kräuseln. Dann entstrunken und schön klein hacken. Wenn ihr TK Grünkohl verwendet dann sollten diese Schritte schon erledigt sein. Bei eingemachtem Kohl ebenso.

Den großen Topf erhitzen und die Tofuwürfel im Schmalz anbraten. Dabei natürlich aufpassen, dass nichts verbrennt. Am besten alles auf halber Hitze halten. Wenn der Tofu rundum angebraten ist die Zwiebeln dazugeben und glasig dünsten.

Jetzt kommt der Grünkohl. Nach und nach immer wieder etwas dazugeben und gut umwälzen/verrühren. Der Kohl soll durchaus etwas anbraten und Röstaromen entwickeln, aber nicht zu sehr. Wenn der Kohl  komplett im Topf ist mit der Gemüsebrühe ablöschen und aufgießen.

Das ganze darf jetzt bei kleiner Hitze eine ganze Weile vor sich hinköcheln, ca 30 Minuten (hin und wieder ruhig mal umrühren).

In der Zwischenzeit kümmern wir uns um die vegane Pinkel.

Dafür geben wir alle drei Hauptzutaten in eine Schüssel und vermengen sie zu einer einheitlichen Masse. Das mag am Anfang etwas schwierig sein, da das Schmalz recht fest ist, aber wenn man mit den Händen knetet reicht die Körperwärme aus um es geschmeidig genug zu bekommen. Wenn alles gut vermengt ist mit Salz und Pfeffer abschmecken – dann natürlich nochmal gut vermengen.

Nun alles bereitstellen für die Verpackung:

  • Die zugeschnittenen Tücher
  • Küchengarn
  • Küchenwaage
  • Esslöffel

Je ein Tuch auf die Küchenwaage legen und mit dem Esslöffel etwa 60 g von der Pinkelmasse auf das Tuch geben. Ich war da sehr grob, alles zwischen 55 und 65 g war für mich ok und am Ende geht es alles ganz gut auf.

Die Tücher dann jeweils zu einem kleinen Säckchen zusammenfassen und fest mit Küchengarn umwickeln. Am besten keinen Doppelknoten machen und mit einer Schleife oder Schlaufe verschließen. So lässt sich das ganze später viel schneller und angenehmer wieder auspacken.

Die fertig gepackten Säckchen nun zum Grünkohl geben und ein bisschen unterheben, sie sollen wirklich im Kohl und nicht bloß darauf liegen.

Alles nochmal mindestens 45 Minuten bei ganz kleiner Hitze köcheln lassen.

Danach die Säckchen für einen Moment entfernen und den Senf in den Grünkohl einrühren. Alles mit Salz, Pfeffer und ein wenig Piment abschmecken.

Zum Binden der Flüssigkeit die Haferflocken einrühren. Pinkel-Säckchen wieder dazugeben und den Herd ausstellen. Alles schön durchziehen lassen. Wenn ihr Geduld habt und/oder gut vorbereitet, dann lasst ihr den Kohl jetzt einen Tag abkühlen und durchziehen, bevor ihr in wieder aufwärmt. So schmeckt er nämlich am allerallerbesten.

Muss aber nicht sein, denn er ist auch jetzt schon sehr sehr lecker und wenn es gleich Essen geben soll, dann kümmert ihr Euch jetzt am besten um die Kartoffeln.

Kartoffeln schälen und in Salzwasser gar kochen (nicht kleinschneiden). Wenn die Kartoffeln fertig sind abgießen und einen kleinen Moment ausdampfen lassen, dass sie nicht mehr so feucht sind.

In einer Pfanne einen Esslöffel Margarine schmelzen und den Zucker darin auflösen. ACHTUNG! Dabei stets rühren und nur ca 2/3 Hitze geben. Dann die Kartoffel dazugeben und unter Rühren/Schwenken rundherum bräunen/karamellisieren. Dann zügig vom Herd nehmen und die Kartoffeln aus der Pfanne heben. Wenn ihr hier nicht aufpasst verbrennt der Zucker und wird bitter.

Nun könnt ihr servieren: Kartoffeln und Grünkohl auf den Teller und pro Portion ein bis zwei Säckchen Pinkel auspacken und dazugeben. Gut passt auch noch ein extra Löffel Senf.

 

Lasst es Euch schmecken 🍴


Wenn ihr das Rezept mal ausprobiert habt, dann freu ich mich sehr über Euer Feedback ❤ #heyfraumuffin


 025

026

027

3 Kommentare zu „Grünkohl mit Pinkel“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.